Cesar Millan – Märchenhaft in Oberhausen

Zum Start seiner „Once-Upon-A-Dog“-Tour gastierte der sogenannte Hundeflüsterer Cesar Millan in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen. Und damit das, was er zu sagen hatte, auch wirklich bei seinen deutschen Fans ankommt, ließ Cesar Daniel Boschmann, bekannt aus dem SAT1 Frühstücksfernsehen und dem Hessischen Rundfunk die Show moderieren und etwas zeitversetzt übersetzen.

Wer die Sendungen Cesar Millans verfolgt, weiß, dass es in den seltensten Fällen der Hund das Problem verursacht, sondern der Mensch. Auch, wenn meistens der Hund zum Schuldigen gemacht wird, so Millan. Denn wenn der Hund sich nicht so verhält, wie der Mensch es gerne hätte, dann ist es in fast allen Fällen so, dass der Mensch mit der falschen Energie an den Hund herantritt. Das versucht der Mexikaner, auf amüsante und leicht verständliche Art und Weise seinem Publikum zu verdeutlichen. So zeigt er auf der großen Leinwand immer wieder Einspieler, die seine Kunden im Umgang mit ihren Hunden zeigen. Darin ist natürlich großes Chaos angesagt, und das sorgt für viel Gelächter. Auf diese Weise wurde aber auch jedem klar, was da verkehrt läuft.

Um seine wichtigsten Aussagen zu unterstreichen, spielte Cesar immer mal wieder kurze Märchen ein. Zum Beispiel vom Hirtenjungen und dem Wolf. Der Hilferufe des Hirtenjungen wurden ignoriert, als er einmal tatsächlich mit einem Wolf konfrontiert war, weil er mehrmals davor schon um Hilfe gerufen hatte, als es gar keine Bedrohung durch einen Wolf gab. Damit wollte Cesar verdeutlichen, dass man immer bei der Wahrheit bleiben sollte, vor allem Hunden gegenüber, den perfekten Lügendetektoren. Das heißt, auch wenn man versucht, mit einer bestimmten Energie ihnen gegenüber aufzutreten, sie innerlich aber nicht fühlt, so wird der Hund auf die tatsächlich vorherrschende innerliche Energie reagieren. 

Natürlich durften auch reale „Fallbeispiele“ nicht fehlen. Die wurden von mehreren Personen mit ihren Hunden geliefert, die sich im Vorfeld bewerben konnten, und bei der Show auf die Bühne durften. An seinen Gästen demonstrierte Cesar, wie z.B. eine Begrüßung mit einem Hund aussehen sollte, und zwar ganz ruhig. Am besten begrüßt man ihn erst einmal gar nicht, und wartet bis der Hund eine ruhige Energie zeigt, bevor man sich ihm zuwendet, und ihn für diese Energie belohnt. An anderen Kandidaten demonstriert er, wie man mit seinem Hund an verlockenden Dingen wie z.B. Futter vorbeigeht, ohne dass er sich davon ablenken lässt. Oder wie man mit seinem Hund generell auf eine ruhige Art und Weise spazieren geht. 

Im Großen und Ganzen, so Millan, ist es unabdinglich, in der Beziehung mit seinem Hund selbst der Rudelführer zu sein, sonst würde sich der Hund dazu veranlasst sehen, diese Rolle zu übernehmen. Und das ist der Punkt, an dem für gewöhnlich für den Menschen die Probleme anfangen, und es stressig für den Hund wird. Sind diese Verhältnisse geklärt, so ist es wichtig, dass die Beziehung mit seinem Hund eine ist, die auf Vertrauen, Respekt und Liebe basiert. 

Zum Schluss gab es noch einen sehr emotionalen Moment, bei dem Cesar die Tränen in den Augen standen, als er eine Hommage an den wichtigsten und kürzlich verstorbenen Hund in seinem Leben aussprach, seinem Pitbull Daddy. 

Der Abend mit Cesar Millan war für mich einfach fantastisch, da ich seine Arbeitsweise mit den Hunden seit Jahren verfolge und schätze. Es ist eine positive Entwicklung, dass er weltweit so viele Fans hat, was für mich bedeutet, dass immer mehr Menschen an einer guten Beziehung mit ihren Vierbeinern interessiert sind. Wer die Sendungen Cesar Millans regelmäßig verfolgt, für den war der Inhalt der Inhalt seiner Show sicherlich nichts Neues. Aber es war definitiv ein Erlebnis, den sympathischen und lebensfrohen Mexikaner einmal live gesehen zu haben.

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