TAC-Medics geht seinen Weg

Wir haben Halloween und in der Turbinenhalle Oberhausen findet die Pumpkin 2018 statt. Die Veranstaltung ist ausverkauft, sprich 5.000 Leute und mehr werden in dieser Nacht erwartet. In dieser Nacht sorgt der Sanitätsdienst TAC-Medics für das Wohlbefinden der Besucher und übernimmt die Versorgung von Patientinnen und Patienten.

Bereits lange im Vorfeld laufen Vorbereitungen und Planung für den Einsatz bei der Pumpkin 2018. Nichts soll und darf dem Zufall überlassen bleiben, das ist Jan Luger und seinem Team von TAC-Medics eine Herzensangelegenheit. So rückt der Termin in mitten ihrer Organisation und Einteilung mit großen Schritten heran, bis es schließlich soweit ist…

Mittwoch, 31.10.2018 – 18:30 Uhr: An Einlass ist noch nicht zu denken, da herrscht schon emsiges Treiben im Sanitätsraum der Turbinenhalle. Das Team von TAC-Medics bereitet gemeinsam den Raum vor, baut Behandlungsplätze auf, platziert Notfallrücksäcke, bringt Dokumentationsunterlagen in Griffbereitschaft. Dies alles geht Hand in Hand. Im Anschluss versammeln Jan Luger und Leon Horz ihre Einsatzkräfte zu einer letzten Einweisung und Vorbesprechung, teilen in Absprache mit den Anwesenden die Quick-Reaction-Teams (QRT) ein und verteilen die nötige Ausrüstung, denn ganz wichtig für die beiden ist, dass jeder mit einem Funkgerät ausgestattet ist, so dass ständiger Kontakt durch die Nacht hinweg untereinander zu jeder Zeit sichergestellt ist. Der Eigenschutz der Einsatzkräfte steht an erster Stelle. Auch mit Veranstalter B24-7 und der Security steht TAC-Medics nicht nur über Funk bei dieser Veranstaltung in ständigem Kontakt.

Die Konzentration beim Team steigt, gleich geht es los und bei dieser Art der Veranstaltung kann nicht gänzlich vorausgesagt werden, in welchem Umfang und in welcher Intensität der Einsatz von TAC-Medics erforderlich ist. „Es ist klar, dass wir es mit Alkoholkonsum und mit den damit verbundenen sehr unterschiedlichen Begleiterscheinungen zu tun haben werden. Darauf sind wir eingestellt und gut vorbereitet“ erklärt mir Jan Luger nach der Teambesprechung. Von Nervosität spüre ich jedoch bei den Einsatzkräften nichts, im Gegenteil, mit ausgelassener Stimmung freuen sie sich auf ihren Dienst. Die Wahrnehmung ist bei jedem geschärft, das ist ganz klar, aber die Gewissheit nicht allein, sondern ein Teil eines Ganzen zu sein, sich aufeinander in jeder Situation verlassen zu können, lässt die Anspannung deutlich verringern. Kleine Einsatzteams in einem großen, verlässlichen Teamgefüge, wo die Verantwortlichen hinter ihren Leuten stehen, das ist das A und O für Jan Luger und ein gutes Erfolgsrezept, was ihm mehr als Recht gibt. Genau das ist es auch, was den Unterschied macht und was die Freude, den Spaß und nicht zuletzt den Stolz für diese Arbeit mit sich bringt, berichtet mir ein TAC-Medics Teammitglied.

Dann geht es los. Beim Einlass ist bereits ein QRT postiert, um gegebenenfalls Ansprechpartner für die Securitykräfte direkt vor Ort zu sein. Die enge Zusammenarbeit mit der Security gehört für TAC-Medics selbstverständlich dazu und ein gegenseitiger Austausch findet die ganze Nacht über statt. Das Gefühl von Familie ist hier sehr präsent und ich erlebe, wie reibungslos und herzlich miteinander umgegangen und sich umeinander gekümmert wird. Sowas ist nicht zu beschreiben, das kann man eigentlich nur selbst miterleben. Alle für einander und für die Sache – eine sichere und gelungene Veranstaltung für sich und die anderen zu gewährleisten, mit dabei stets der Spaß, ein Stück weit Unbeschwertheit und Freude gemeinsam etwas zu leisten.

Die Besucher kommen nach und nach. Der Sanitätsraum ist von Beginn an mit mindestens zwei Leuten besetzt, während die QRTs von TAC-Medics ihre Runden durch die Hallen ziehen. Nach wenigen Stunden sind die Hallen komplett mit Menschen gefüllt, während die Bässe nur so durch die Turbinenhalle dröhnen. Zwischenzeitlich kommt es zu enormen Menschenstaus, gerade dort, wo es wegetechnisch Engpässe gibt. Auch für die Einsatzkräfte ist so manches Mal ein Fortkommen erschwert. Nicht immer wird ihnen Platz gemacht, aber die Security hat die Lage schnell im Griff und regelt die Laufwege. Beim ‚Streifzug‘ durch die Menge ist Sicherheit für die jeweiligen QRTs das A und O und so gehen Einsatztaktiken, in Form davon, dass die Hand auf der Schulter des Vordermanns liegt, in Automatismus über – um nur mal ein Beispiel zu nennen.

Die ersten Patienten werden in der Halle wahr und mit zum Sanitätsraum genommen. Auf dem Weg dorthin, kündigt das jeweilige QRT den Patienten bereits über Funk an, so dass sich die Einsatzkräfte im Sanitätsraum vorbereiten. Vor Ort eingetroffen wird die Person aufgenommen und weiter behandelt. Von Pflaster kleben, über Kühlen des Knöchels, Tapen der Finger bis hin zu kompletten Untersuchungen aufgrund von auffälligem Verhalten ist alles vertreten. Während das eine Team die Behandlung durchführt, macht sich ein anderes QRT wieder auf an den Ort des Geschehens. Der Gang durch die Menschen wird aufgrund der Menschenansammlungen von Stunde zu Stunde schwieriger, aber die Einsatzkräfte von TAC-Medics lassen sich davon weder beeindrucken noch beirren. Sitzt irgendwo jemand reglos oder auffällig in der Ecke, gehen sie hin und nehmen Kontakt auf. Auch wenn sich herausstellt, dass jemand nur eingeschlafen und ansonsten alles gut ist, so ist doch die Dankbarkeit, dass sich TAC-Medics kümmert schon groß.

Die Behandlungen im Sanitätsraum sind derweil sehr unterschiedlich. Auch in dieser Nacht sind einige Patienten, mitunter mit schwierigem und auffälligem Verhalten zu Gast. Nicht immer ist sofort klar, dass der Betroffene wieder ‚auscheckt‘ und in die Halle gehen kann. Auch hier erlebe ich, wie das Team von TAC-Medics untereinander im regen Austausch ist. Weiteres Vorgehen und Entscheidungen werden hier im Team besprochen und getroffen. Die Einsatzkräfte, mit ihren unterschiedlichsten Erfahrungen profitieren voneinander. Es wird gemeinschaftlich überlegt und behandelt, alles Hand in Hand wie einzelne Zahnräder eines Uhrwerks. Wirklich beeindruckend und für mich selbst höchstspannend und überaus lehrreich.

Zwischenzeitlich ist schnelles Handeln erforderlich und nach einer Funkanforderung muss sich ein schneller Weg durch die Menge gebahnt werden. Mit lauten Rufen in Richtung der Besucher, bekommt das QRT nach kurzem Zögern und Wahrnehmen Durchlass und gelangt zum Patienten. Nach Sondierung der Situation und ersten Maßnahmen fällt ziemlich zügig die Entscheidung, dass ein Rettungswagen (RTW) angefordert werden muss. Bis zum Eintreffen des RTWs betreuen einzelne Einsatzkräfte von TAC-Medics die Person, während andere die Besatzung des RTWs empfangen, um ihnen den Weg zum Einsatzort in der Halle zu zeigen. Unterdessen geht es für das nächste Team im gewohnten Stil weiter durch die Hallen.

Während der gesamten zwölf Stunden Einsatz findet ein regelmäßiger Wechsel statt. Kommt das eine QRT zurück in den Sanitätsraum, macht sich ein Neues bereit für den Kontrollgang. Auch wenn es mitunter zwischendurch stressige Phasen gibt, so reißt die gute Laune der Leute von TAC-Medics nicht ab. Stets Herr über die Lage ziehen sie in routinemäßiger Ruhe und Besonnenheit ihren Stiefel durch, sind aber gleichzeitig immer fähig sich blitzschnell umzustellen, um auf eine umschwingende Situation reagieren zu können. Das zeichnet ihre höchste Professionalität aus.

Am Ende der Veranstaltung – kurz bevor die Sonne aufgeht – blickt TAC-Medics auf einen erfolgreichen und mehr als guten Einsatz zurück. Natürlich sind alle Einsatzkräfte von ihrem Dienst geschafft und müde, gleichzeitig aber überaus zufrieden mit dem, was sie geleistet und – um mal in ihrem Sprachjargon zu bleiben – ‚weggerockt‘ haben. Jan Luger zieht positive Bilanz und ist stolz auf sein Team, dass sich bei solch einer großen Veranstaltung mehr als gut verkauft und gut geschlagen hat. Sie alle können auf einen guten Dienst zurückblicken und auf einen Erfolg, den sie gemeinsam als Team auf die Beine gestellt haben.

Nachdem die letzten Gäste die Halle verlassen haben und die letzten Patienten versorgt sind, ist Abbau im Sanitätsraum angesagt. Alle packen mit an und genauso wie der Aufbau gemeinschaftlich vorgenommen wurde, steht es beim Abbau in nichts nach. Dabei werden die eigenen Eindrücke geteilt und besprochen. Zum guten Schluss, als alles in den Autos verstaut ist, kommen alle nochmal für eine kurze Abschlussbesprechung zusammen, bevor sie sich in den anbrechenden Morgen verabschieden.

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und TAC-Medics danke sagen. Dafür, dass ich solch einen tiefen Einblick in ihre Abläufe und Einsätze erhalten habe, dass ich sie durch diese Nacht mitbegleiten durfte und sie mir allesamt so vieles nahegebracht und gezeigt haben. Für mich war es eine spannende und interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Herzlichen Dank an Jan Luger und die acht Einsatzkräfte!

Sie alle stehen vereint für eine Sache und verfolgen gemeinschaftlich ein Ziel – professionelle Hilfe und Sicherheit für einander und in Verbundenheit für das Wohl der Besucher. Gemeinschaft ist hier nicht nur ein Moment, das ist deutlich spürbar und allen gleichermaßen wichtig. Nicht nur dies ist ihr Erfolg und wird es auch weiterhin sein.

Weitere Themen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*